Sonntag, 9. November 2014

Ein Tag voller Erinnerungen & Project Life --- Woche 40

Heute ist für mich, wie für viele Andere, ein besonderer Tag der mich mich zu Tränen rührt.
25 Jahre ist der Mauerfall und somit das Ende der DDR jetzt her und ich bin froh darüber.

Fleißige Leser meinen Blogs wissen ja, dass ich in der ehemaligen DDR, in Thüringen aufgewachsen bin. 
Ich kann nicht sagen, das ich eine schlechte Kindheit hatte. Eher das Gegenteil ist der Fall. Uns ging es gut. Wir waren durch einen großen Hof mit Garten Selbstversorger und es mangelte uns an fast nix. Die Diktatur der Regierung war mir damals noch nicht so bewusst, wie heute. Ich denke, da vor allem an mich als Pionier, später als FDJler, an den Staatsbürgerkunde - und Wehrpflichtunterricht. Aber auch an Schlagbäume, Grenzsoldaten und Kontrollen, die für uns Anwohner im Grenzgebiet dazu gehörten

15 Jahre war ich alt, als die Grenzen sich öffneten und ich konnte die Tragweite dessen schon ganz gut erfassen und in meinem Gedächtnis bewahren. Auch erinnere ich mich an viele Geschichten und Eindrücke vor der Zeit des Mauerfalls.
Die Bilder und Berichterstattungen, die dieser Tage im Fernsehen laufen, schaue ich gerne und mit dankbaren und überwältigenden Gefühlen an. Wahnsinn was damals passiert ist und was viele Menschen, die das Gleiche wollen, bewirken können.

Den Abend der Grenzöffnung, habe ich mit meinen Eltern im Fernsehen mitverfolgt. Direkt am nächsten Morgen (Samstag) durfte ich die Schule schwänzen und wir haben ein paar Klamotten in unseren alten, rot-schwarzen 911er Wartburg gepackt und sind über die geöffnete Grenze nach Hessen gefahren, um unsere Verwandten zum ersten Mal zu besuchen. 
Die Freude war riesig, nicht nur die meiner hessischen Verwandtschaft, sondern auch bei deren Nachbarn und Bekannten und völlig Unbekannten Menschen die uns überschwänglich und voll Freude begrüßten. Mit Hupkonzerten wurden wir in Empfang genommen.
Ich kann nur sagen, wir wurden herzlich, neugierig und überaus offen begrüßt und aufgenommen.
Nach zwei Tagen gings dann natürlich auch wieder nach Hause mit vielen neuen Eindrücken, Gerüchen und natürlich einer Staude Bananen im Gepäck.

Für mich hat dieser Tag eine ganz besondere Bedeutung. Ohne diesen Tag hätte ich meinen Ex Mann, mit dem ich später meine Tochter bekommen habe nicht kennen gelernt. 
Hessen und den Rest von Westdeutschland hätte ich wahrscheinlich niemals gesehen, geschweige denn, dass ich hier arbeiten und wohnen könnte. Viele meiner heutigen Freunde und Bekannten hätte ich nie getroffen und viele Chancen und Gelegenheiten hätten sich aufgrund der streng eingehaltenen Grenzen nicht wahr nehmen lassen.

Wie gerne wäre ich heute in Berlin dabei gewesen ;-(
Naja, so verfolge ich das geschehen am TV.
Wo wart ihr am Tag des Mauerfalls? Was habt ihr erlebt an diesem Tag?

Für euch noch eine weitere Woche in meinem Project Life, die ich Euch gerne ohne große Worte zeigen würde.







Material aus dem PL Kit "Lebensfluss":



Ich wünsche Euch einen schönen 09. November 2014
*HEIDI*

Kommentare:

  1. Ein schöner Post, sehr schön

    Liebste Grüße zu dir :-)

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    1. Danke für deine vielen lieben Kommentare in der letzten Zeit :-)

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  2. Tolles PL, wunderbare Inspiration! Diese ganze Berichterstattung rührt auch mich, denn ich gehöre auch noch zu der Generation "Zeitzeuge", allerdings aus Wessisicht ;0) Ich war 16, politisch interessiert und habe das Ganze auch im Fernsehen verfolgt. Was genau ich gemacht habe, wo ich an diesem Tag war, weiß ich heute nicht mehr, aber ich kann mich noch sehr gut an die Worte meines Klassenlehrers erinnern, der uns gemahnt hat mit den Worten: "Ihr erlebt gerade ein Stück Geschichte mit, seid Zeugen unglaublicher Ereignisse. Behaltet das im Herzen." An meine erste Begegnung mit Ostbürgern kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Ich lebe nicht unbedingt im Grenzgebiet und so dauerte es ein wenig, bis auch in unser Dörfchen die ersten Sachsen kamen. Sie trugen den obligatorischen Jeansanzug und ich werde nie mein erstes Mal sächsisch in natura vergessen :0))
    GLG, Corinna

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  3. Das hast du sehr schön geschrieben, liebe Heidi! Ich war damals noch viel zu klein, um mich an diesen besonderen Tag zu erinnern und habe nur ein paar diffuse Erinnerungen an die DDR-Zeit. Ich bin sehr dankbar, dass es so gekommen ist, denn sonst wäre ich jetzt nicht hier in Frankfurt und hätte viele Möglichkeiten (beruflich und privat) nie so gehabt.

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  4. Liebe Heidi

    Danke für den Bericht und den Einblick in deine Welt. Ich habe den Mauerfall dazumals nicht so wirklich mitbekommen...war noch zu jung. Im Nachhinein finde ich es aber sehr eindrücklich. Es erstaunt mich immer wieder, dass es erst 25 Jahre her sind.

    Deine PL Seiten sind wieder Mal genial. Ich mag deinen Stil. In letzter Zeit habe ich oft Mühe, die Karte mit der Wochenangabe zu gestalten. Keine Ahnung wieso...

    Leider hinke ich voll hinterher...bin anfangs September stehen geblieben und irgendwie fehlt mir die Motivation, weiter zu machen. Habe auch soooo viele andere Projekte, die ich vervollständigen sollte...*seufz*. Hoffentlich kommt mein Elan bald wieder.

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  5. Was für ein schönes Bericht! Es ist schon toll, was Menschen leisten können wenn Sie zusammen für ein gutes Ziel"kämpfen"!
    Ich war gerade in D angekommen; konnte wenig verstehen; habe vieles "verpasst". Aber ich kann mir gut vorstellen wie Ihr Euch gefühlt habt. Nach den die Diktatur bei uns zu ende war, war ich 13 Jahre alt & es war ein geniales Gefühl! Frei!!! Alle Möglichkeiten offen!!!
    Ich freue mich an diese Stelle besonders über den Mauerfall, weil wir sonst von deine Scrapkreativität gar nicht erfahren hätten können!
    Ein wunderschönen Tag & ein tolles Leben in diese dankbares, freies Land!

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  6. Hallo Heidi, ja es ist gut, dass es is wie es is. Ich habe am Wochenende wohl kaum einen TV Bericht ausgelassen, Samstag Abend saßen wie hier gemeinsam vor der Glotze und haben bis in die Nacht geguckt. Ich war schon ziemlich erschüttert darüber wie die Menschen in der DDR "beäugt" wurden. So geballte Informationen treiben mir dann nicht nur Freudentränen in die Augen. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie damals am ersten FREIEN Wochenende Hamburg mit Trabbies voll war, die standen überall :-) GLG Emma

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  7. Ich war damals auch zu jung, um das alles zu verstehen. Umso erschüttert bin ich heute, wie es damals alles so war. Die Bespitzelung, nichts tun zu dürfen und nur nach Vorgabe zu leben stelle ich mir heute sehr grausam vor. Auch wenn damals nicht alles schlecht war, bin ich froh das es diese Mauer nicht mehr gibt.
    Dein Pl ist übrigens wieder wundervoll anzuschauen.
    LG Katja

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  8. Hallo Heidi, ich habe den Tag des Mauerfalls gearbeitet und musste abends von Baunatal mit Bus&Bahn nach Sandershausen fahren. Ich stand zum Umsteigen am Platz der dt. Einheit und sah dort lauter Autos in merkwürdigen Farben dort herumfahren, das war ein sehr ungewohnter Anblick. Ich habe abends dann das Ereignis im Fernsehen verfolgt.
    Wir haben Verwandte in Halle, meine Mutter ist mit ihren Eltern als sie 10 Jahre alt war nach Hessen geflohen und wir haben Päckchen "rüber" geschickt.
    Ohne den Mauerfall hätte ich Ingo nicht kennengelernt und dich natürlich auch nicht ;)
    Lg Vicky

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  9. Ja, an diese Zeit kann ich mich noch gut erinnern. Ich habe alles genau im Fernsehen verfolgt und habe zu der Zeit in Hamburg gewohnt und gearbeitet bei einem großen Medienunternehmen. Ich war 26 und es war eine megaaufregende Zeit mit vielen Besuchen von völlig unbekannten Menschen, die wir nach Hause eingeladen haben. Echt irre, ob man heute allerdings sowas nochmal machen würde, weiß ich nicht. Ohne den Mauerfall hätte ich auch meine Oberschwester nicht..... und und und.
    Liebe Grüße von
    Stine

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